Transparenz ist ein Grundrecht. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) garantiert Ihnen das Recht zu erfahren, welche Daten über Sie gespeichert werden. In diesem Artikel erklären wir Ihnen detailliert, welche Informationen die SCHUFA sammelt, wie lange sie gespeichert werden und wie Sie Ihre Daten einsehen können.
Welche Daten speichert die SCHUFA?
Die SCHUFA speichert verschiedene Kategorien von Daten. Nicht alle Informationen sind negativ - viele Einträge dokumentieren schlicht Ihre Geschäftsbeziehungen.
Personenbezogene Stammdaten
Zu den grundlegenden Informationen gehören:
- Vor- und Nachname
- Geburtsdatum und Geburtsort
- Aktuelle Anschrift
- Frühere Anschriften
Was die SCHUFA NICHT speichert
Entgegen weitverbreiteter Annahmen speichert die SCHUFA keine Informationen über: Einkommen, Vermögen, Beruf, Arbeitgeber, Familienstand, Nationalität oder Religionszugehörigkeit.
Positive Vertragsdaten
Positive Daten dokumentieren vertragsgemäßes Verhalten:
- Girokonten: Eröffnung und Bestand von Girokonten
- Kreditkarten: Art und Rahmen der Kreditkarte
- Kredite: Höhe, Laufzeit und ordnungsgemäße Rückzahlung
- Leasingverträge: Art und Dauer des Vertrags
- Telekommunikationsverträge: Bestehende Verträge mit Mobilfunk- und Festnetzanbietern
- Versandhandelskonten: Kundenkonten bei Online-Händlern mit Zahlungsziel
Negative Merkmale
Negative Einträge entstehen bei Zahlungsstörungen oder anderen Problemen:
- Nichtzahlung trotz Mahnung: Nach mindestens zwei Mahnungen und Androhung des SCHUFA-Eintrags
- Kreditkündigung: Wenn ein Kredit wegen Zahlungsverzug gekündigt wird
- Titulierte Forderungen: Gerichtliche Mahnbescheide und Vollstreckungsbescheide
- Eidesstattliche Versicherung: Früher "Offenbarungseid" genannt
- Haftbefehl zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung
- Insolvenzverfahren: Privatinsolvenz oder Regelinsolvenz
Speicherfristen: Wie lange bleiben Daten gespeichert?
Die SCHUFA speichert Daten nicht unbegrenzt. Es gelten unterschiedliche Löschfristen:
Positive Daten
- Girokonten und Kreditkarten: Werden nach Kontoschließung sofort gelöscht
- Laufende Kredite: Bleiben gespeichert, solange der Kredit besteht
- Abbezahlte Kredite: Werden nach 3 Jahren gelöscht
Negative Daten
- Bezahlte Forderungen: 3 Jahre nach Begleichung
- Unbezahlte Forderungen: Bleiben bis zur Begleichung und dann 3 Jahre
- Kreditkündigungen: 3 Jahre nach Erledigung
- Insolvenzverfahren: 3 Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung
- Eidesstattliche Versicherung: 3 Jahre nach Abgabe
Wichtig: Die 3-Jahres-Frist beginnt erst mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem das Ereignis eingetreten ist. Ein Eintrag vom März 2024 wird daher frühestens am 31.12.2027 gelöscht.
Ihr Recht auf Auskunft
Nach Art. 15 DSGVO haben Sie das Recht, einmal pro Jahr kostenlos eine Datenkopie bei der SCHUFA anzufordern. Diese enthält:
- Alle über Sie gespeicherten Daten
- Informationen über die Herkunft der Daten
- Empfänger, an die Daten weitergegeben wurden
- Ihren aktuellen Basisscore
So fordern Sie Ihre Datenkopie an
- Besuchen Sie die SCHUFA-Website unter meineschufa.de
- Wählen Sie "Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)"
- Füllen Sie das Online-Formular aus
- Senden Sie eine Kopie Ihres Ausweises mit
- Die Datenkopie wird Ihnen per Post zugestellt
Tipp: Fordern Sie Ihre Datenkopie regelmäßig an, um fehlerhafte Einträge frühzeitig zu erkennen und korrigieren zu lassen.
Fehlerhafte Einträge korrigieren
Wenn Sie in Ihrer Datenkopie fehlerhafte Informationen entdecken, haben Sie das Recht auf Berichtigung:
Schritt 1: Fehler dokumentieren
Sammeln Sie Belege, die den Fehler nachweisen (z.B. Zahlungsbelege, Kontoauszüge, Vertragsunterlagen).
Schritt 2: Unternehmen kontaktieren
Wenden Sie sich zunächst an das Unternehmen, das die fehlerhaften Daten gemeldet hat. Dieses ist verpflichtet, die Korrektur bei der SCHUFA zu veranlassen.
Schritt 3: SCHUFA informieren
Informieren Sie parallel die SCHUFA über den Fehler. Die SCHUFA wird den Sachverhalt prüfen und gegebenenfalls korrigieren.
Der Unterschied: Datenkopie vs. BonitätsCheck
Die kostenlose Datenkopie und der SCHUFA-BonitätsCheck sind zwei verschiedene Dokumente:
Kostenlose Datenkopie
- Enthält alle gespeicherten Daten
- Für Ihre persönliche Information gedacht
- Enthält sensible Details wie Score-Werte und Anfragen
- Bearbeitungszeit mehrere Wochen
SCHUFA-BonitätsCheck
- Enthält nur vermietungsrelevante Informationen
- Speziell für die Vorlage bei Vermietern
- Schützt Ihre Privatsphäre
- Sofort verfügbar (3 Minuten)
Fazit
Informieren Sie sich über Ihre SCHUFA-Daten und nutzen Sie Ihr Recht auf Auskunft. Regelmäßige Kontrolle hilft Ihnen, Fehler zu entdecken und Ihre Bonität im Blick zu behalten.
Für die Wohnungssuche empfiehlt sich der SCHUFA-BonitätsCheck, der nur die relevanten Informationen zeigt und Ihre Privatsphäre schützt.
Weisen Sie Ihre Bonität nach
Der SCHUFA-BonitätsCheck zeigt nur die für Vermieter relevanten Daten - Ihre Privatsphäre bleibt geschützt.
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